Tauchen in Dahab - Küste Golf von Aquaba

Tauchen in Dahab – Paradies am Roten Meer

10 Tipps für Dahab - Post auf www.diverettes.de

10 Dahab Tipps

6. Februar 2016 Comments (0) Allgemein, Safety, Slider, Unterwasserwelt, Ziele und Meer

Tipps für das Tauchen mit Haien

Tauchen mit Haien

6 Tipps um Haien beim Tauchen den Kopf zu verdrehen

Tauchen mit Haien? Tolle Sache! Wer einmal das elegante Muskelspiel dieser faszinierenden Wesen beobachtet hat, will immer mehr. Doch auch wenn die Mär von wild um sich beißenden Monstern völlig verfehlt ist, solltest Du im Umgang einen gesunden Respekt pflegen und einige Verhaltenstipps befolgen. 

Es gibt drei Arten von Tauchern, wenn es um das Tauchen mit Haien geht:

  • solche, die Angst oder gar Panik vor Haien haben,
  • solche, die die Begegnung mit Respekt herbei sehnen und sich von ihr faszinieren lassen und
  • solche, die möglichst nah dran kommen und ein gefährlich aussehendes Selfie haben wollen.

Wenn Du zur zweiten Gruppe gehörst, herzlichen Glückwunsch, ich hoffe Du hast großartige Momente. Vielleicht kommt Dir der ein oder andere Tipp hier nochmal gelegen.

Gehörst Du (noch) zur ersten Gruppe, dann lies Dir in aller Ruhe diese Tipps zum Tauchen mit Haien durch und lerne welches Verhalten Du anwenden kannst, um möglichst sicher mit diesen wunderbaren Wesen zu tauchen. Wenn Du weitere Fragen hast, stelle sie und je mehr Du über sie lernst, desto mehr wird Deine Angst sich in den normalen Respekt verwandeln, den man großen Tieren entgegen bringen sollte.

Und für die dritte Gruppe, die am liebsten Bissnarben vorzeigen und waghalsige Videos aufnehmen wollen: bleibt bei den Überschriften und ihr werdet bald was zu erzählen haben – nur: beschwert Euch bitte nicht beim Hai, wenn’s weh tut.

6 (Anti)Tipps für das Tauchen mit Haien

Tauchen mit Haien - Schnorchler1. Ahme ihre Beute nach und bevorzuge es an der Oberfläche zu bleiben

Yumyum, eine kranke Robbe treibt an der Oberfläche! Bäh, die ist ja in Neopren eingepackt :(

Die meisten Unfälle mit Haien passieren an der Oberfläche, insbesondere mit Surfern, Schwimmern oder Schnorchlern. Für 2014 sah das nach Aussage des International Shark Attack File z.B. so aus: von insgesamt 72 unprovozierten Unfällen mit Haien betraf es 65% Surfer, 32% Schwimmer und 3% Schnorchler. Im Jahr 2014 wurde nicht ein einziger unprovozierter Angriff auf Gerätetaucher gemeldet. Und diese Zahlen sind typisch. Von daher: wenn Du das Meer liebst, aber nervös wegen Haien bist, ist Tauchen der sicherste Weg Deiner Leidenschaft nachzugehen!

Warum nun dieser Oberflächenfetischismus? Die Oberfläche ist das bevorzugte Jagdrevier vieler Haie. Robben oder auch Fischschwärme, die versuchen ihren Jägern zu entkommen weichen hierhin aus. Zum anderen ist Beute, die in der Horizontalen schwimmt und von unten attackierbar ist, für einen Hai viel einfacher zu greifen – stellt Dir nur kurz vor wie sein Maul positioniert ist.

Wenn Du in einem Gewässer mit Haien tauchst, mach nicht lang an der Oberfläche rum, sondern tauch direkt und mit den Füßen voran ab. Verlässt Du das Wasser, verweile ebenfalls nicht lange an der Oberfläche. Müsst Ihr mit einer Gruppe von Tauchern warten bis alle auf ein Zodiac oder Boot steigen können, treibt nicht zu sechst oder acht oben, sondern steigt nacheinander im Buddyteam auf.

Unter Wasser sind diese blubbernden Taucherfische den meisten Haien suspekt. Durch das Equipment sind Taucher zudem relativ groß und werden mit Vorsicht behandelt bis der Hai zu dem Schluss kommt, dass keine Gefahr ausgeht. Bei Haibegegnungen kannst Du Deine Stromlinienförmigkeit einmal außer Acht lassen und Dich vertikal aufrichten – auch das macht Dich größer. Versuche auf ungefähr der gleichen Tiefe wie der Hai zu bleiben ohne Deine Nullzeit oder maximale Tiefe zu vergessen.

Tauchen mit Haien - wütender Hai2. Kenne ihr Revier und komme diesem möglichst nah

Mein Block, mein Riff, mein Schwimmbereich!

Es gibt die Regel sich möglichst nah an ein Riff zu begeben, wenn Dir ein Hai zu nah kommt. Das ist allerdings nur bedingt richtig. Hochseehaie wie der Weißspitzenhai, oder auch Oceanic/ Longimanus genannt, kommen in der Tat nicht so gern direkt ans Riff. Sein Verwandter der Weißspitzenriffhai allerdings schon, denn das ist sein Revier. Und nicht jeder Riffhai findet es lustig, wenn Du in seinem Revier rumschwimmst und ihm vielleicht sogar die Nahrung streitig machen möchtest – wie würdest Du denn reagieren, wenn da einfach jemand in Dein Haus kommt?!

Je mehr Du über die Haie weißt, die Dir begegnen können, je besser kannst Du auch einschätzen, was sie als ihr Revier ansehen und wo Du nicht hinsolltest wenn Du ihnen begegnest. Und wenn Du es nun aber nicht weißt und Dir wird beim Anblick des vor Dir schwimmenden Hais mulmig? Es ist keine 100% Regel, aber je größer das Tier ist, desto eher solltest Du Dich langsam Richtung Riff oder Grund bewegen. Ist beides nicht in Reichweite, bleib wenn möglich auf dem gleichen Tiefenlevel wie der Hai und bewege Dich langsam hinter Deinen Guide.

Tauchen mit Haien - Glitzer3. Glitzer und knister um ihr Interesse zu wecken

Oh ein leckerer glitzernder Fischschwarm! Damn, doch nur wieder eine dieser Taucherinnen mit viel Blingbling am Finger.

Hast Du schon mal das Funkeln und Glitzern gesehen, wenn ein großer Fischschwarm um Dich herum schwimmt? Toll, oder? Das denkt sich der Hai auch – allerdings aus anderem Grund. Auch glitzernder Schmuck spiegelt das Licht so schön funkelnd wider und kann so das Interesse des Hais wecken. Er wird Dich nicht gleich für Beute halten, aber Du bist zumindest ein bisschen interessanter.

Ähnliches gilt für einen Trick, den viele Tauchguides gerne anwenden – eine Plastikflasche mitnehmen und unter Wasser damit knistern. So werden brechende Knochen nachgeahmt und das Interesse des Hais geweckt. Es funktioniert in vielen Fällen, doch nicht jeder Hai findet das so lustig, wie Du in diesem Video sehen kannst, in dem ein Hai dem knisternden Taucher einen sehr unsanften Rempler als Warnung verpasst. Sieht im ersten Moment vielleicht dramatisch aus – ich hab etwas überlegt, ob es gut ist es hier aufzunehmen – aber es verdeutlicht auch, dass Haie häufig durchaus “warnen” bevor sie wirklich zubeißen, das hätte dieses Exemplar nämlich ohne Probleme tun können. 

Wenn Dein Tauchguide solche Tricks anwendet und Du Dich unsicher fühlst, halte etwas Abstand von ihm.

Tauchen mit Haien - Dicker Hai4. Nutze schlechte Sicht für Nahbegegnungen

Da bewegt sich was größeres, könnte ein größerer Fisch für mein Mittagessen sein …. Oder doch was anderes? Egal, ich probier mal…

Haie haben immens ausgeprägte Sinne, sie hören bis zu mehreren Kilometern, riechen interessante Beute über 100 Meter und sehen selbst in der Dämmerung besser als Katzen. Doch in trüben Gewässern stoßen auch Haiaugen an ihre Grenzen. Haben sie also etwas interessantes gehört und können nicht genau erkennen was es ist, kann ein wagemutiger Hai schon mal probieren, um festzustellen, ob das Ding vor ihm essbar ist. Genauso wie wir manchmal unbekanntes erstmal vorsichtig probieren. Dumm nur, dass ein kleiner Haihappen für uns relativ schwerwiegende Konsequenzen haben kann.

Vermeide es also bei sehr schlechter Sicht zu tauchen, wenn bekannt ist, dass an dieser Stelle größere Haie vorkommen. Flussmündungen können wegen ihres reichen Nahrungsangebot und trüben Wassers ebenfalls etwas risikoreicher sein.

Tauchen mit Haien - Füttern5. Locke sie mit Futter

Ah, diese Taucherfische kenn ich, die bringen leckeres Zeug – upps, da hat er den Arm ja gar nicht weggezogen.

Ja, es gibt die Tauchgebiete – gerade auf den Bahamas oder im von US Touristen frequentierten Ländern – wo Füttern von Haien auf dem Programm steht. Aber seriöse Anbieter haben dabei  strenge Regeln. Die Person, die anfüttert ist dafür ausgebildet und hat meist einen speziellen Schutzanzug und Handschuhe bzw. einen Stick auf dem das Futter aufgespießt ist. Darüber hinaus gibt es weitere Sicherheitstaucher. Es gibt ein für und wider bei der Diskussion, ob das sinnvoll ist – das wäre allerdings Stoff für einen eigenen Artikel.

Manchmal werden Haie auch mit blutigen Ködern angelockt – gerade bei Käfigtauchen mit weißen Haien ist das beliebt. Das kann gerade bei Frauen die Frage auslösen „und was, wenn ich meine Regel habe?!“. Schön wär’s wenn es so einfach wäre einen Hai anzulocken! Haie haben einen extrem ausgeprägten Geruchssinn und solange Du nicht Thunfischblut in Dir hast, stehst Du immer noch nicht auf dem Speiseplan. Es gibt keinen Nachweis, dass Taucherinnen während ihrer Regel häufiger Haie antreffen – oder gar von ihnen gebissen werden – als in der Zeit dazwischen. Hier findest Du übrigens einen ausführlichen Artikel zum Tauchen mit Periode. Genauso wie kleine Schürfwunden am Finger nicht dazu führen werden, dass Haie angelockt werden. Hast Du Dich unter Wasser schwerwiegend verletzt und blutest heftig, solltest Du jedoch so oder so möglichst schnell an Land, um die Wunder zu versorgen.

Problematisch kann das Füttern (auch das nicht intendierte Füttern, wie z.B. regelmäßige Resteentsorgung von Safarischiffen etc.) werden, wenn es die Haie weniger scheu macht bzw. ihr Verhalten ändert. Ein Hai, der es gewohnt ist, dass er gefüttert wird, wird auch nah zu anderen Tauchern kommen. Wenn diese panisch werden oder versuchen den Hai mit den Händen abzuwehren, kann es zu einem Unfall kommen.

Dass Du Haie niemals selbst fütterst oder beim Tauchen Speerfischen betreibst, versteht sich hoffentlich von selbst.

Tauchen mit Haien - grinsender Hai6. Zappel bis zum Umfallen und spiel catch me if you can

Da, ich spür was! Bewegung, viiiiiel Bewegung, muss ein aufgeregter Fischschwarm sein! Uhoh, es schwimmt davon, da muss ich hinterher!

Haie spüren Bewegungen und hören aufgeregtes Planschen hunderte Meter weit – müssen sie auch, denn es ist ein Zeichen, dass in den Weiten des Ozeans Beute in der Nähe ist.

Wenn Du nun das seltene Glück hast einem dieser faszinierenden Tiere zu begegnen genieße den Augenblick still und ruhig. Behalte Deine Arme nah am Körper und bleibe an der gleichen Stelle. Wirst Du nervös und möchtest Dich entfernen (oder musst auftauchen), mache das langsam und ohne viel Bewegungen. Versuche niemals schnell wegzuschwimmen, der Hai ist immer schneller als Du!

Ich vergleiche Haie gern mit Hunden. Genau wie beim besten Freund des Menschen gibt es völlig unterschiedliche Persönlichkeiten. Es gibt neugierige, scheue, ängstlich-aggressive oder völlig desinteressierte Tiere. Sie können verspielt sein und neugierig die Taucherfische begutachten oder aggressiv, weil jemand in ihr Revier eingedrungen ist. Weg“laufen“ verdeutlicht nur, dass es sich entweder um Beute handelt oder um einen schwächeren Konkurrenten, bei dem man nochmal ein Zeichen setzt.

Welche der Tipps kanntest Du noch nicht? Was möchtest Du noch ergänzen? Verrate es mir in den Kommentaren!

Und was, wenn ich den Hai doch nicht so nah haben möchte?

Sollte ein Hai tatsächlich aufdringlich werden, gibt der Haiexperte Dr. Erich Ritter folgende Tipps, die Du unter unten stehenden Link für die “Shark School” nochmal in Gänze nachlesen kannst:

Kommt der Hai so nah, dass Du ihn ohne Dich zu strecken anfassen könntest, berühre ihn leicht an der Schnauze um ihn an Dir vorbei zu lenken. Bleibe dabei sanft und bestimmt, ohne dem Tier weh zu tun und es dadurch mehr zu provozieren. Lässt er sich dadurch nicht lenken, drücke ihn an der Stelle seiner Kiemen von Dir weg. Kommt er wieder auf Dich zu, zeige Dominanz indem Du auf ihn zu schwimmst (welche Beute würde das schon machen). Nur wenn wirklich kein Ausweg mehr ist, versetze ihm einen Schlag auf die Kiemen und ziehe Dich kontrolliert zurück.

Gute Vorbereitung hilft beim Tauchen mit Haien

Höre vor dem Tauchgang aufmerksam dem Briefing zu, so dass Du weißt welche Art von Haien Dir begegnen können und wie die örtlichen Verhaltensregeln sind. Bleibe während des Tauchgangs bei Deiner Gruppe und achte bei aller Faszination oder Aufregung bitte immer auch auf Deine Tiefe, Nullzeit und Luftverbrauch – das zu vergessen dürfte die größte Gefahr beim Tauchen mit Haien sein.

Nicht der Mensch muss den Hai fürchten sondern umgekehrt

Ich weiß, Du liest diesen Artikel, weil Dich interessiert, wie Du Dich bei einer Haibegegnung verhalten solltest, nicht weil Du eine Lehrstunde über den Schutz bedrohter Meerestiere erhalten möchtest. Deswegen halte ich es kurz und lasse Dich dann Deine eigene Schlussfolgerung ziehen: die UNO beziffert die Anzahl der jährlich getöteten Haie auf 100 Millionen. Das ist auch die Zahl, die fast alle Umweltschutzorganisationen als die minimale Ziffer angeben.

Um es mal herunterzubrechen: das sind 273.973 Tiere am Tag. 11.416 pro Stunde.

Ein signifikanter Teil davon ist die Jagd nach den Flossen der Tiere, die den teilweise noch lebenden Tieren abgeschnitten werden, bevor der „Rest“ wieder ins Meer geworfen wird. Andere Tiere verenden nur als „Beifang“ oder werden abgeschlachtet, weil es einzelne Unfälle zwischen Menschen und Haien gegeben hat.

Haie sind ein unabkömmlicher Teil des maritimen Ökosystems. Wenn diese Zahlen gleich bleiben oder sich gar erhöhen, sind bald nicht nur diese faszinierenden Wesen verschwunden, sondern die Ozeane an sich zerstört – als Taucher kann uns das nicht kalt lassen!

Und nun mal zum Vergleich: 2014 wurden 130 Unfälle mit Haien und Menschen gemeldet, 72 davon wurden als unprovoziert eingestuft, drei endeten tödlich

Deine Gedanken dazu?

Linktipps: Du willst mehr über das Tauchen mit bzw. über Haie selbst erfahren?

Die einzigartigen Sinne der Haie: http://www.hai-stiftung.org/Hai-Infos/Sinne/index.html

Erich Ritters Shark School: http://www.sharkschool.com/de/

International Shark Attack File: https://www.flmnh.ufl.edu/fish/sharks/isaf/graphs.htm

Was kannst Du selbst tun kannst, um Haie vor dem Aussterben zu schützen: http://sharkangels.org/get-involved/ways-to-save-sharks

Mehr zum Schutz der Haie: http://www.supportoursharks.com

Lese und DVD-Tipps: 

Erich Ritter: Über die Körpersprache von Haien. Praktische Anleitung zur Interaktion mit Haien

Dieter Eichler: Gefährliche Meerestiere erkennen: Gefahren, richtiges Verhalten, Erste Hilfe

Von Haien und Menschen (4-teilige Dokumentation)

Für die Kleinen, denn der Schutz der Haie fängt mit der Bildung unserer Kinder an

Manfred Baur: Im Reich der schnellen Jäger (WAS IST WAS Sachbuch)

Michel, der kleine Haiforscher: Liebevoll illustrierte Geschichten aus der Unterwasserwelt. Mit Faktenteil

Und nun Du: bist Du schon mal mit Haien getaucht? Wie war’s? Weitere Fragen? Rein damit in die Kommentare!

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