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Tauchen trotz Periode

Tauchen trotz Periode?

12. Juli 2015 Comments (0) Fotografie, Slider, Tipps & Tricks

4 Tricks für Unterwasserfotos wie Du sie Dir vorstellst

Tricks für Unterwasserfotos, Sandbarsch

Mit diesen einfachen Tricks für Unterwasserfotos holst Du das Beste aus Deinen Bildern

Du tauchst an den schönsten Plätzen der Welt, bunte Korallen, Fische en masse – vielleicht sogar eine Schildkröte oder ein Hai! Wäre es nicht toll den Daheimgebliebenen diese Farbenpracht und tollen Begegnungen zeigen zu können?

Gesagt getan, Du holst Dir eine Unterwasserkamera und schon geht’s los. Korallenblock klick, Fisch klick, Schildkröte klick, klick, klick.

Gespannt steckst Du die SD Karte in Deinen Laptop und schaust auf die Bilder und dann? Farben? Weg, alles ist blau. Fisch? Verschwommen. Und dann ist mehr Bildrauschen als klare Konturen zu erkennen. Bevor Du jetzt enttäuschst die Kamera weglegst, lies Dir lieber diesen Artikel durch, denn mit diesen einfachen Tricks für Unterwasserfotos wirst Du sehr bald schon schöne Erinnerungsfotos schießen können.

Tricks für Unterwasserfotos #1: Die Auswahl der Kamera

Wenn Du noch keine Kamera hast, dann stelle Dir erst einmal ein paar grundsätzliche Fragen:

  • Möchtest Du die Kamera nur Unterwasser oder auch an Land nutzen?
  • Welche Tiefen haben Deine Tauchgänge normalerweise?
  • Möchtest Du mehr Videos oder mehr Fotos machen?
  • Kommst Du mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten zurecht oder möchtest Du nur auf den Auslöser drücken müssen?
  • Welches Budget hast Du?

Du kannst Dir bestimmt denken, dass die Qualität der Kamera schon viel zur Qualität Deiner Bilder beiträgt – aber das muss nicht heißen, dass Du zukünftig mit einem riesen Gehäuse, zwei Lampen und tausenden Euros weniger in Deinem Portemonnaie rumlaufen musst oder dass eine Top Kamera plötzlich auch Top Bilder macht.

Warum habe ich nach Deiner Tauchtiefe gefragt? Je tiefer Du gehst, desto weniger Licht erreicht die Stelle an der Du bist.

Foto mit BlaustichDabei wird nicht alles gleichmäßig dunkler sondern die Farben verschwinden unterschiedlich schnell. Die erste betroffene Farbe ist rot. Blau „hält“ dagegen sehr lang. Daher haben viele Unterwasserfotos einen „Blaustich“.

 

Wenn Du also nur schnorchelst oder nicht viel tiefer als 10 Meter gehst, kannst Du auch mit einfachere Kameras, wie mit der Panasonic DMC,  farbenfrohe Bilder schießen. Viele der „wasserfesten“ Kameras haben einen Unterwassermodus, der bereits etwas gegen Blaustich und co. hilft.

Wenn Du jedoch tiefer oder ernsthafter fotografieren möchtest, solltest Du über eine bessere Kamera nachdenken. Dabei hast Du die Möglichkeit durch zusätzliche Unterwasserlampen Farben perfekt einzufangen. Auf der Contraseite vergrößerst Du die Kamera damit natürlich ungemein und bei trüber Sicht reflektieren Partikel das Licht und lassen Dich keine klaren Bilder schießen. Wenn Du wirklich professionelle Aufnahmen machen möchtest, kommst Du aber auf lange Sicht nicht um Lampe bzw. Blitz und zusätzliche Objektive herum.

Fotografierst Du wie ich nur semi-professionell, dann reicht für den Anfang eine gute Kamera, die Dir einige wichtige manuelle Einstellungen ermöglicht und möglichst einen guten Bildstabilisator haben sollte.Welche Tricks für Unterwasserfotos es bei den Einstellungen gibt, verrate ich Dir gleich.

Ich selbst nutze eine ältere Version aus der Canon Powershot G-Serie mit einem passenden Unterwassergehäuse. Eine tolle Kamera über und unter Wasser, die mir genau die Einstellungen ermöglicht, die ich brauche.

Tricks für Unterwasserfotos #2:  Mit den Einstellungen spielen oder: Weißabgleich, Belichtungszeiten, ISO

Erfahrenen Fotografen mag das nur ein müdes Lächeln abringen, aber für mich war es im Speciality Kurs Unterwasserfotografie eine Offenbarung: der manuelle Weißabgleich. Ich würde mir keine Kamera mehr kaufen, die das nicht kann.

Wie Du mit manuellem Weißabgleich dem Blaustich adieu sagst

Unser Gehirn kann automatisch unter Wasser bis zu einem gewissen Maße die Farben „berechnen“ und lässt uns so unter Wasser farbige Korallen und Fische sehen. Die Kamera ist noch nicht ganz soweit. Um ihr dabei zu helfen, müssen wir ihr sagen was weiß ist. Dazu nimmt man ein Objekt das weiß ist, das kann eine Tafel sein, welche Du bei Dir führst, Deine weißen Flossen oder zur Not auch Deine Hand oder Sand. Du fokussierst darauf und drückst den Knopf für den manuellen Weißabgleich. Veränderst Du Deine Tauchtiefe, musst Du den Weißabgleich neu machen.

Wenn Du tiefer als 15 Meter bist, verblassen die Farben dabei mehr und mehr. Wie Du dann trotzdem schöne Fotos bekommst, verrate ich Dir im 5. Trick für Unterwasserfotos

So bist Du also schon mal den Blaustich bei Deinen Fotos los, aber was ist mit der richtigen Belichtung?

Du hast mehrere Möglichkeiten die richtige Belichtung hinzubekommen.

Die erste sind die ISO Einstellungen. Diese sind für die Lichtempfindlichkeit des Sensors verantwortlich. Werte um die 100 oder 200 sind dabei für gute Lichtverhältnisse das richtige. Wird es um Dich herum dunkler, dann kannst Du den ISO Wert höher stellen, z.B. auf 400 oder 800. Es gibt jedoch einen entscheidenden Nachteil bei einem hohen ISO Wert: es entsteht das so genannte Bildrauschen und die Qualität der Bilder lässt nach. Ab welchem ISO Wert Bildrauschen entsteht ist übrigens auch von der Kamera abhängig, daher solltest Du beim Kauf auf entsprechende Bewertungen achten!

Ich versuche im Regelfall ISO Werte über 400 zu vermeiden. Wie das klappt? Mit den Einstellungen zu Belichtungszeiten. Diese regeln wie schnell sich der Verschluss Deiner Kamera schließt. Schließt sie langsam – das entspricht in etwa allem über 1/60 – kann länger Licht auf den Sensor der Kamera fallen und die Bilder werden dementsprechend länger belichtet. Diese kannst Du im „TV“ Modus Deiner Kamera einstellen. Kurze Belichtungszeiten sind z.B. 1/200 Sekunden.

Der Nachteil an langen Belichtungszeiten ist, dass Bilder schneller „verwackeln“ wenn sich das Motiv – oder Du – bewegst.

Vergiss bei der Einstellung von ISO bzw. Belichtungszeit nicht, dass sich diese beiden Einstellungen beeinflussen! Am Anfang heißt es also immer wieder ausprobieren welche Einstellungen für welche Situation die richtigen sind, aber mit ein bisschen Übung geht es immer schneller und Du bekommst richtig schöne Fotos hin. Zu schönen Fotos gehören natürlich auch schöne Motive und darum geht es im nächsten Abschnitt der Tricks für Unterwasserfotos.

Tricks für Unterwasserfotos #3: Wähle Deine Motive mit Bedacht

Im letzten Abschnitt der Tricks für Unterwasserfotos habe ich bereits erwähnt, dass gerade bei längeren Belichtungszeiten schnell verwackelte Bilder rauskommen, daher musst Du die richtige Balance zwischen ISO und Belichtungszeit wählen. Doch Du kannst es Dir auch mit der Wahl Deines Motivs entweder leicht oder schwer machen.

Clownfisch in EglaNicht erst seit Findet Nemo liebe ich Anemonenfische. Es gibt so tolle Fotos von ihnen. Auch ich habe bereits ca. 100 Fotos. Wirklich gut sind davon vielleicht 5. Die Dinger bewegen sich nämlich allzu gern und dann verstecken sie sich wieder in ihrer Anemone, die Kamera fokussiert auf die Anemone anstatt auf den Fisch und am Ende wollen auch die anderen Taucher mal schauen.

Gleiches gilt für tolle Lichtreflexionen in Canyons, die Sonnenstrahlen an einer Riffwand und viele der bunten Fische die an Dir vorbei huschen.

Nach einer Weile wirst Du auch diese Motive einfangen können, aber am Anfang solltest Du für kleine Erfolgserlebnisse ruhige Motive wählen: Skorpionfische, Muräne in ihren Höhlen, Krokodilfische, manche Barsche – es gibt eine Menge dankbarer Fotomotive.

  • Weiße Muräne, Tricks für Unterwasserfotos
    Weiße Muräne
  • Tricks für Unterwasserfotos, Skorpionfisch
    Skorpionfisch
  • Krokodilfisch in Marsa Murena, Tricks für Unterwasserfotos
    Krokodilfisch
  • Tricks für Unterwasserfotos
    Blaupunktrochen
  • Sandbarsch in Abu Dabour, Tricks für Unterwasserfotos
    Sandbarsch

Wenn Dir Dein Motiv etwas Zeit lässt, kannst Du neben den Einstellungen auch verschiedene Möglichkeiten der Bildgestaltung ausprobieren:

  • Wo platzierst Du das Hauptmotiv im Bild?
  • Lenken andere Objekte davon ab?
  • Welches ist die spannendste Perspektive für das Objekt?

Versuche möglichst nah an das Motiv zu kommen ohne dass Du es verschreckst oder irgendwo anstößt. Je mehr Zoom Du nutzt desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Partikel oder Verwackeln das Bild stören.

Tricks für Unterwasserfotos #4: Bearbeite Deine Bilder am Computer nach

Es ist manchmal unglaublich, was Du im Nachhinein aus Bildern noch rausholen kannst und daher solltest Du Dich auf jeden Fall mit Bildbearbeitungsprogrammen befassen. Die gibt es in kostspielig bis gratis. Wer tiefer einsteigen möchte, für den ist Adobe Photoshop bzw. die freeware Version Gimp das richtige. Auch Lightroom bietet gute Bearbeitungsmöglichkeiten und zugleich verwaltet es Deine Bilder. Ich selbst nutze Fotor für einfache Nachbearbeitungen und Pixelmator für Grafikarbeiten.

Welche Knöpfchen Du drehen musst

Natürlich bieten die Bildbearbeitungsprogramme verschiedene Möglichkeiten und auch bei der Nachbearbeitung gilt es auszuprobieren was für Dein jeweiliges Foto das beste ist. Die wichtigsten Anpassungsmöglichkeiten fasse ich Dir jedoch hier kurz zusammen:

Zuschneiden

Wenn nur ein Teil Deines Bildes interessant ist oder Du dadurch eine bessere Bildkomposition erhältst, schneide den gewünschten Bereich aus und fahre danach mit den anderen Einstellungen fort.

Kontrast und Helligkeit

Diese beiden Funktionen bedingen sich, da z.B. eine Aufhellung des Bildes zu einem Verlust von Kontrast führen kann. Versuche mit dem Kontrast zu spielen, da sich dadurch Farben besser voneinander abheben lassen. Helle zu dunkle Bilder auf bzw. regle die Belichtung etwas runter, wenn das Bild zu hell erscheint.

Farben/ Weißabgleich

Regle den Farbton und nimm dadurch einen leichten Blaustich heraus bzw. gib einem zu mattem/ grauen Bild wieder mehr Farbe. Mit manchen Programmen kannst Du im Nachhinein einen Weißabgleich machen, in dem Du auf eine weiße Fläche im Bild tippst.

Sättigung

Matte Farben kannst Du jetzt über die Sättigung vertiefen, so dass sie wieder schön leuchten.

Schärfen/ Weichzeichnen

Hiermit bekommst Du klarere Konturen. Doch Vorsicht, auch Partikel können dadurch mehr in Erscheinung treten und irgendwann wird das Bild zu körnig.

Schatten/ Highlights

Hiermit kannst Du dunkle Stellen etwas aufhellen, bzw. zu helle Stellen etwas abdunkeln.

Schärfentiefe

Hiermit spiele ich ebenfalls gerne. Du kannst regulieren, welcher Bereich im Bild scharf dargestellt wird und ihm somit mehr Tiefe geben bzw. Das Motiv besser in Szene setzen.

Wenn Du mit diesen 4 einfachen Tipps für Unterwasserfotos spielst, wirst Du schon bald Deine Unterwasserbegegnungen mit den Daheimgebliebenen teilen können. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Kleine Kostprobe gefällig?

  • Drückerfisch nachbearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Drückerfisch bearbeitet
  • Drückerfisch unbearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Drückerfisch unbearbeitet
  • Füsseliere vor Korallenblock unbearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Füsseliere vor Korallenblock unbearbeitet
  • Füsseliere vor Korallenblock bearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Füsseliere vor Korallenblock bearbeitet
  • Falterfische bearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Falterfische bearbeitet
  • Falterfische unbearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Falterfische unbearbeitet
  • Thunfisch unbearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Thunfische unbearbeitet
  • Thunfische bearbeitet, Tricks für Unterwasserfotos
    Thunfische bearbeitet

 

Was sind Deine Tipps für tolle Fotos? Welcher Aspekt der Unterwasserfotografie interessiert Dich besonders? Rein damit in die Kommentare!

Zum Weiterlesen

Im Netz findest Du viele Seiten zum Thema Fotografieren und auch Unterwasserfotografie, diese fand ich besonders hilfreich:

Verständliche Einsteigertipps zum Thema Fotografieren

Für Nutzerinnen mit Kompakt- oder Outdoorkameras

Du bist noch völlig neu im Thema? Dann gibt es hier 20 Tipps für Anfängerinnen

Wenn Du Dich geballt mit dem Thema befassen möchtest, gibt es auch einige Buchtipps:

Tobias Friedrich: Die Kunst der Unterwasserfotografie: Wunderwelten des Meeres perfekt aufs Foto gebracht

Herbert Frei: Digitale Unterwasserfotografie – Kompaktkamera

 

Wenn Du Dich mehr mit Unterwasserfotografie in der Praxis befassen möchtest, empfehle ich Dir den Speciality Course Digital Underwater Photography, bei dem Du vieles detailliert lernst und üben kannst.

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